Weinheimer Nachrichten, 22.11.2018, Seite 13

Dietrich-Bonhoeffer-Schule: Medienerziehungstipps für Eltern

Mit Kindern die digitale Welt erkunden

Weinheim. Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Denn ein Smartphone ist aus dem täglichen Leben eines Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Die JIM-Studie (Jugend, Information und (Multi)Media) 2017 belegt das in Zahlen. 2014 hatten schon 88 Prozent der Jugendlichen (12-19 Jährige) in Deutschland ein Smartphone, 2017 waren es sogar 97 Prozent.

Die aktuellste KIM-Studie (Kinder, Information und (Multi)Media) aus dem Jahr 2016 zeigt auf, dass 50 Prozent der Kinder (6-12 Jährige) in Deutschland ein Handy bzw. Smartphone besitzen. Doch Medienkompetenz bedeutet nicht nur zu wissen, welche Tasten man drücken muss.

Außerhalb der Schule sind und bleiben es aber die Eltern, die vornehmlich Ansprechpartner ihrer Kinder sind - auch in Sachen Medien. Deshalb bietet die DBS jedes Jahr einen Medien-Elternabend an.  Diesmal wurde der Elternabend von Sven Holland geleitet. Er ist Geschäftsführer der "Weinheimer Jugendmedien", die im vergangenen Jahr einen Medien-Ratgeber für Eltern erstellt hat und somit nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Eltern aktiv ist.

Trotz der großen Zahl an Apps ist die Lieblings-App aller Kinder und Jugendlichen laut einer Studie nach wie vor unangefochten YouTube, gefolgt von WhatsApp, Instagram und Snapchat. Die nächste Herausforderung wurde mit der sogenannte USK – Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle - angesprochen.

Wie bei Filmen, gibt es für die Apps eine Altersempfehlung. Einige Apps sind erst für 13-Jährige freigegeben, wie Instagram, Snapchat und TikTok (ehemals musical.ly). Zur Nutzung anderer Apps sollte man 16 Jahre alt sein, wie WhatsApp, Youtube und Twitter. Viele Kinder haben jedoch Apps auf ihrem Smartphone, die nicht der USK entsprechen.

Den Eltern mindestens dem Namen nach bekannt waren die nächsten, bei Jugendlichen sehr beliebten Apps, die Sven Holland vorstellte: Snapchat, Instagram, TikTok und das Onlinespiel Fortnite. Die Eltern erhielten so einen Einblick in die digitale Lebenswelt der Kinder, und bekamen anschließend ganz konkrete Tipps zum Umgang mit diesen Apps und den jeweiligen Sicherheitseinstellungen, um die potenziellen Gefahren möglichst klein zu halten. Die Sicherheitseinstellungen der Apps schützen in erster Linie die Privatsphäre der Kinder. Diese Einstellungen bewahren die Kinder jedoch nicht vor falsch verstandenen Emojis der Freundin, oder den Kettenbriefen, die man an alle Freunde weiterschicken soll und die meistens von sehr fraglichem Inhalt sind, oder vermeintlichen Gewinnspielen oder Fake-Werbung.

Ein ganz wesentlicher Aspekt der Medienerziehung ist deshalb, die mediale Welt gemeinsam mit den Kindern zu entdecken und mit den Kindern im Gespräch zu bleiben, so der Appell von Holland.

Natürlich bleibt es den Eltern auch unbenommen, bestimmte Apps ihren Kindern nicht zu erlauben. Und auch wenn sicherlich immer wieder gute Nerven gefragt sind, um die immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen zu überstehen, lohnt es sich standhaft zu bleiben, wenn man der Überzeugung ist, dass genau diese App für das eigene Kind (noch) ungeeignet ist. Um als Eltern überzeugende Argumente zu liefern, muss man die  jeweilige Appallerdings kennen. In jedem Fall sollte nicht einfach jede App ungesehen auf das Smartphone des Kindes gespielt werden.

Kinder medienkompetent zu machen, darin sind sich die Experten einig, funktioniert nicht, indem man die Nutzung neuer Medien rigoros verbietet. Vielmehr wird von den Eltern ein großes Maß an Eigeninitiative gefordert, um einen verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien bei und mit ihren Kindern zu erreichen. Und dabei sind nicht zuletzt die Eltern die wichtigsten Vorbilder bei der Nutzung der digitalen Medien.

Sven Holland stellte den Eltern eine Link-Liste mit hilfreichen Tipps zur Verfügung, welche auf der Homepage der DBS abrufbar ist. Außerdem verwies er auf die informativen Medienelternbriefe, die für jedes Kindesalter angeboten werden.

www.schau-hin.info/service/downloads.html

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Mit Kindern die digitale Welt erkunden